Eckdaten der Windsbraut ( Dehler34/Optima 106 )

Segelyacht Dehler 34 / Optima 106 Nova, Baujahr 12/1986 der Dehler Yachtbau GmbH

Name „Windsbraut“

Länge 10,60m,

Breite 3,40m,

Tiefgang 1,45m,

Stehhöhe 1,85 m im Hauptbereich.

Motor Yanmar Innenborder 27 PS Wellenantrieb, Klapppropeller, 60 Liter Dieseltank.

2 Kabinen, 6 Kojen ( 2 in der Achterkajüte, 2 in der Spitze und 2 im Salon )

Segel: Großsegel mit Maindrop-System, Selbstwendefock, Genua, Leichtwindgenua und Spinnaker.

Ausrüstung Elektrik: Kompass, Autopilot, Windanzeige, Lot, Logge, GPS, UKW Funk,

CD- Radio, 2 Solar Anlagen gesamt 100 W. USB Steckdose,

Ausrüstung sonstiges: Heckdusche mit 100 Liter Tank, 90 Liter Frischwassertank, Dieselheizung, Sprayhood, Sonnendach, CQR Anker mit 30 Meter Kette und 20 Meter Leine, 4 Festmacher a 10 Meter, 2 Festmacher a 20 Meter, 1 Festmacher 50 Meter,

Der Mast wird liegend auf dem Boot bis Port Napoleon in Südfrankreich transportiert. Dabei dient der Bugkorb als eine Maststütze. Außerdem gibt es eine Maststütze in der Mitte bei der Mastaufnahme und 1 Maststütze beim Heckkorb ca 160 hoch. Somit ist im Cockpit Stehhöhe während der Überfahrt von Holland nach Frankreich gewährleistet. Dort wird der Mast gestellt und aus unserem Motorboot wird wieder eine Segelyacht.

dehler34 grundriss

 

 

Unsere Bootsüberführung vom Ijsselmeer nach Marseille

2.Mai 2017

Nach Vorbereitungsarbeiten 2 Wochen zuvor kommen wir um 12.30 Uhr

in Workum am Ijsselmeer an. Nun kann es endlich richtig losgehen !

Ein bis zum Stehkragen vollbepackter Handkarren vervollständigt unseren Hausstand an Bord. Nachdem wir uns von Papi und Uschi verabschiedet haben, widmen wir uns für die nächsten 3 Stunden dem Verstauen unserer Habseligkeiten, die wir an Bord unbedingt (oder auch nicht) brauchen. Dann gibt es den ersten frisch aufgebrühten Kaffee an Bord. Dieter hat nun Zeit, sich mit dem Funkgerät vertraut zu machen. Am letzten Tag in Workum, das uns inzwischen ein wenig zur zweiten Heimat geworden ist, essen wir im Strandcafe unsere heißgeliebten Kibbelings.

Dann verbringen wir die erste Nacht in unserem neuen Zuhause. Die Achterkajüte bietet sehr viel Platz und wir können gut schlafen.

 

 

4.Mai 2017

Wir legen um 10.20 Uhr ab. Schon bald beginnt es zu regnen und wir kramen zum ersten Mal unser Ölzeug heraus. Die Ijssel hat hier eine Fließgeschwindigkeit von fast 2 kn. Deshalb schaffen wir in 5 Stunden nur 27 sm bis Wijhe.

Dort übernachten wir in einem kleinen Durchgangshafen ( Ijsselzone ), der gleichzeitig als Campingplatz dient. Bewirtschaftet wird das Ganze von einem urigen Hausboot aus. Die in einem Holzhäuschen untergebrachten Sanitäranlagen stellen uns vor eine unerwartete Herausforderung, da der Öffnungsmechanismus des Türriegels nur sporadisch funktioniert.

Wir machen einen kleinen Ortsbummel. In Wijhe spielen Fahrräder wohl eine besondere Rolle. Denn überall fallen uns mit Blumenkörben bestückte

alte Drahtesel auf, die Hauseingänge dekorieren.

Anschließend ist Skipperdienst angesagt. Die Gasflasche wird angeschlossen, die 12-Volt-Steckdose überprüft und der Motor gewartet.

Denn er wird auf unserer Reise unser wichtigster Partner sein, auf den unbedingt Verlass sein muss.

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5.Mai 2017

Nach einem guten Frühstück mit frischen Brötchen starten wir um

10.20 Uhr. Es ist weiterhin kalt, aber immerhin trocken. Auch der Wind hat etwas nachgelassen. Auf der sehr kurvenreichen Strecke mit einer gegen-läufigen Fließgeschwindigkeit von teilweise bis zu 3 kn begegnet uns heute nur wenig Berufsschifffahrt, auch nur hin und wieder ein Freizeitkapitän. Trotz des trüben Wetters gibt es am Flussufer viel zu sehen. Ganz nah am Zentrum von Nijmegen grast eine Kuhherde. In einem einzigen Baum hat sich wohl eine ganze Storchensippe niedergelassen. Wir zählen mindestens 5 Nester. Nach 30 sm erreichen wir nach 5 Stunden am frühen Nachmittag das urige Städtchen Zutphen und steuern den Hafen WSV „De Mars“ an.

Wifi klappt leider nur in der Nähe des Funkmasten. Nach Erledigung der Formalitäten brechen wir auf, um das Städtchen zu erkunden.

Die Luft ist so angenehm, dass wir einem Softeis nicht widerstehen können. Um den Abend in der reichlich vorhandenen Außengastronomie zu beschließen, ist es uns aber doch noch zu kühl. Deshalb gibt es an Bord Hähnchenfilet, Bratkartoffeln und Salat. 

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6.Mai 2017

Endlich Sonne! Schon am frühen Morgen werden wir in der Koje von einer ungewohnten Helligkeit geweckt. Um 10.15 Uhr geht es dann los.

Zum ersten Mal können wir das Leben in der Uferregion beobachten.

Es gibt sehr viele Wasservögel.Heute sind auch einige Kanuten unterwegs.

Die Fließgeschwindigkeit der Ijssel erreicht auf einigen Flussabschnitten sogar 3 kn. Um 15.30 erreichen wir nach 28 sm ein Segelrevier bei Giesbeek in der Nähe von Arnheim, wo wir die Nacht verbringen wollen.

Der WSV Giesbeek ist vergleichbar mit unserem Club, allerdings wesentlich größer. An den Stegen liegen vereinseigene Falken, Laser und Optis. Außerdem gibt es 6 Motorboote zu Ausbildungszwecken. Die Sanitärgebäude sind ansprechend und erinnern an unser neues.

Der Anteil der Segelboote liegt bei über 80 %.

Leider war die Nacht nicht sehr angenehm, da bei recht viel Wind ständig Wellen unter unser Heck schlugen.

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7.Mai 2017

Wir legen um 9.50 Uhr ab und biegen 15 Minuten später wieder in die Ijssel ein. Diese arbeitet nach wie vor mit 2,5 kn gegen uns. Es wird langsam nervig! Die Sonne lässt sich heute nur selten blicken. Zum Teil haben wir auch noch Gegenwind. Wegen des durchwachsenen Wetters

sind trotz Wochenende nur wenig Sportboote unterwegs. Gegen 14.00 Uhr

erreichen wir den Rhein (Waal), wo wir viel Wellengang haben. Aber zum ersten Mal mit dem Strom fahren wir 7,5-8 kn über Grund. Das Blatt hat sich gewendet! Da wir zügig vorwärtskommen, liegt schon 1 Stunde später die Einfahrt zum Stichkanal, der Maas und Waal verbindet, vor uns.

Gleichzeitig erwartet uns die erste Schleuse unserer Reise. Da die Sportbootschleuse außer Betrieb ist, müssen wir zusammen mit einem kleinen Motorboot die Hauptschleuse benutzen. Die Festmacherpunkte sind natürlich viel zu weit auseinander und wir haben Probleme. Als Dieter unseren Bootshaken als Angelhilfe einsetzt, bleibt dessen Spitze hängen.

Schließlich haben wir das Boot aber gut im Griff und können entspannt die Bergfahrt genießen. Die nächste Schleuse wird wohl unsere Lieblings-schleuse bleiben – vorne rein und hinten raus!

Um 18.00 Uhr legen wir in Cuijk in einem kleinen Hafenbecken an der Mole an. Wir haben heute 40 sm geschafft.

Die Bordküche bleibt kalt. Bei unserem Ortsbummel landen wir in einem

asiatischen Imbiss, bei dem die Einheimischen Gerichte zum Mitnehmen ordern. Wir bestellen daraufhin „Indische Reisplatte für 1 Person“ und freuen uns auf unser Menu an Bord.

Von dieser Platte werden wir wohl noch die nächsten 3 Tage zu zweit essen können!

Wir freuen uns auf eine ruhige Nacht im geschützten Hafenbecken.

Hin und wieder beginnt unser Boot jedoch an der Mauer zu tanzen, wenn ein Frachter vorbeikommt.

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8.Mai 2017

Heute gibt es wieder frische Brötchen vom Bäcker um die Ecke. Danach versorgen wir unsere „Windsbraut“ mit Diesel. Mit Rucksack marschieren wir zur nächsten Tanke und freuen uns über einen Preis von 1,17 €.

Ganz in der Nähe gibt es sogar einen Aldimarkt, wo ich leckere Sachen für die Crew besorge.

Gegen 10.00 Uhr geht es dann weiter Richtung Venlo. Da sich der Schiffsverkehr in Grenzen hält, haben wir unterwegs Zeit, uns mit Zahlen zu beschäftigen. Unser Motor hat demnach in Marschfahrt nur 1,25 l

verbraucht. In der nächsten Schleuse schöpfen wir aus unserem Erfahrungsschatz vom Sonntag. Wir führen die Bug- und die Heckleine im mittleren Bereich des Bootes. Alles klappt bestens und zur Belohnung gibt es leckere Schaumküsse.

Um 16.30 Uhr erreichen wir unser Tagesziel- den WSV de Maas in Venlo.

Bei einer Gegenströmung von nur 0,5 kn haben wir 30 sm geschafft.

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9.Mai 2017

Trotz der Nähe zur Autobahn verbringen wir wieder eine ruhige Nacht.

Morgens begrüßt uns ein stahlblauer Himmel. Vor dem Frühstück genießen wir die hervorragenden Sanitäranlagen. Dazu gibt es eine Chipkarte zum Öffnen aller auf dem Gelände befindlichen Türen. Man fühlt sich wie in einem Sicherheitstrakt und kann sich ohne Karte regelrecht aussperren, was mir auch prompt gelingt. Nach dem Frühstück machen wir klar Schiff,

versorgen uns wieder mit Frischwasser und brechen gegen 10.00 Uhr auf.

Heute wollen wir nur nach Roermond, wo ein kleines Familientreffen mit Kristina, Michael und Jonathan ansteht.

Leider zeigt die Logge nicht an. Aber die anderen Instrumente können sie

ersetzen. Um 11.00 Uhr passieren wir die erste Schleuse des Tages problemlos. Bei Kessel läuft nicht alles so glatt. Wir wollen gerade festmachen, als wir darauf aufmerksam gemacht werden, in die hintere Kammer weiterzufahren. Die Hektik führt dann dazu, dass natürlich meine Leine wieder falsch liegt. Trotzdem geht alles gut aus. Um 14.00 Uhr legen wir nach 11 nm im Nautilus-Hafen an. Nachdem wir das Boot klar haben, treffen wir unseren Besuch in der Fußgängerzone. Nach der Bootsbesichtigung begleiten wir die 3 zurück zum Auto und machen noch einen Spaziergang durchs Outlet-Center. Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir dann zum ersten Mal draußen an Deck und trinken dazu Dosenbier. 

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10. und 11.Mai 2017

Die Sonne und angenehme Temperatur laden zum ersten Frühstück an Deck ein. Danach machen wir die Logge mit Hilfe eines Tampens, den wir am Kiel entlang führen, wieder flott. Kurz vor der Weiterfahrt vermissen wir die Bootspapiere, die wir gestern beim Hafenkontor vergessen haben.

Zum Glück rechtzeitig! Um 10.00 Uhr geht es dann weiter nach Maastricht. Es liegen 5 Schleusen vor uns. Die erste klappt prima und ohne Wartezeit. Wir sind guter Dinge und voller Optimismus. Dieser geht uns in der nächsten Schleuse restlos verloren. Beim Einfahren übersieht Dieter einen Frachter, der eigentlich zuerst hätte hineinfahren sollen. Der Festmacherring am Hubwagen ist für mich schwer zu erreichen und Hektik breitet sich aus, da inzwischen der Frachter neben uns steht. Ein Tuck im Tampen erschwert die Lage zusätzlich. Aber es geht alles gut. Von der anschließenden Optimierung der Festmacherleinen profitiert der nächste Schleusenvorgang, der reibungslos verläuft. Schleuse Nr. 4 entfällt. Kurz vor dem Innenstadthafen erwarten uns dann eine Schleuse und eine niedrige Brückendurchfahrt – spannende Sache !

Geschafft! Doch fehlt noch das heutige „I-Tüpfelchen“. Im Hafen können wir uns einen breiten Doppelplatz zwischen 2 Stegen aussuchen. Während des Anlegemanövers driftet das Boot nach achtern aus. Mit vereinten Kräften von Stegnachbarn lässt es sich zum Glück schnell bändigen. Um

17.00 Uhr nach 21,6 nm ist aber dann alles klar und ich mache mich auf den Weg zum Hafenkontor. Dort läuft alles elektronisch, selbst bei Anwesenheit des Hafenmeisters. Sogar zur Aktivierung des Stromkastens ist eine Karte notwendig. Den Schlitz dafür sucht man übrigens vergeblich. Ich muss die Karte vor den Automaten halten und gleichzeitig die von mir gewünschte KW-Menge eintippen.

Es gibt noch eine positive Überraschung an diesem etwas stressigen

Tag: In der Vorsaison gilt hier „2 für 1“. Maastricht wir kommen!

Schon der abendliche Stadtbummel beeindruckt uns von dieser Stadt.

Wir essen im Stadtzentrum, wo unzählige Restaurants mit Außen-gastronomie locken, eine leckere Pizza. Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir dann noch an Deck und freuen uns über ein funktionierendes

Wifi-Netz. Wir liegen sehr ruhig und können gut schlafen.

Es ist recht warm, und wir können am nächsten Morgen draußen frühstücken. Danach gehen wir zum Verkehrsverein, wo es einen Routenvorschlag zur Erkundung der alten Festungsanlagen gibt. Der Weg führt abwechselnd neben und über der Mauer entlang, vorbei an Grünanlagen am Flüsschen Jeker. Im ehemaligen Jesuiten- und Bonnefantenkloster ist zur Zeit die Uni Maastricht untergebracht. Sehr beeindruckend ist die erst kürzlich restaurierte Kirche „Onze-Lieve-Vrouwe-Basilika“. Zur Mittagszeit haben wir den Rundgang beendet, und ganz plötzlich setzt ein heftiger Regenschauer ein. Wir können gerade noch unter einen Gastronomieschirm flüchten. Nahe am Hafen besorgen wir ein Ersatzteil für unseren Bootshaken. Wir kommen mit dem Ladeninhaber ins Gespräch, erzählen von unserem Vorhaben und kaufen den Marineführer für den französischen Binnenbereich. Da es immer wieder zu regnen beginnt, verbringen wir den restlichen Tag an Bord. 

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13.u.14.Mai 2017

Ab jetzt wird die Landschaft wieder ansprechender und lädt zum Fotografieren ein. Auf beiden Seiten der Meuse ragen hohe Felswände auf und erinnern uns an das Elbsandsteingebirge. Dieter zählt in einer einzigen Wand 17 Kletterer. Um 13.30 Uhr finden wir nach 8 nm einen Platz im Clubhafen von Beez, wo wir freundlich aufgenommen werden. Der Chef spricht locker in 3 Sprachen mit uns. Lars und Julian wollen uns besuchen.

Wegen schlechter Internetverbindung erreichen uns wichtige Infos nicht.

Schließlich fahren wir mit dem Bus nach Namur, wo wir die beiden in Bahnhofsnähe treffen. Mit dem Auto fahren wir dann gemeinsam zum Boot nach Beez zurück. Nach dem gemeinsamen Frühstück wandern wir gemeinsam am Flussufer entlang und beobachten die Kletterer. Am frühen Nachmittag geht`s für die beiden wieder Richtung Heimat. Leider wird das Wetter ab jetzt wechselhaft und wir verbringen den restlichen Sonntag

mit Lesen im Boot. 

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15.u.16.Mai 2017

Morgens um 9.20 Uhr geht es los. An der ersten Schleuse müssen wir fast 30 Minuten warten.Es klappt aber alles bestens. Da wir überall nur kurze oder gar keine Wartezeit haben, schaffen wir heute 12 nm und legen um 16.00 in Dinan an einer Hafenmauer an. Wir sind ziemlich hungrig nach dem anstrengenden Tag mit 8 Schleusen und bestellen im Imbiss für jeden

eine moyenne (mittlere) Portion Pommes, die wir beide nicht schaffen.

Den Abend verbringen wir an Bord, während bis in den Abend hinein fieberhaft am anderen Flussufer an der Fertigstellung der künftigen Prome-nade gearbeitet wird. Sehr beeindruckend ist die am Abend angestrahlte Abtei Leffe auf dem Felsen über dem Kollegiatsstift. Als wir die Kirche am nächsten Morgen besuchen wollen, ist sie leider verschlossen. Dafür besichtigen wir das Sax-Museum. Adolphe Sax, der Erfinder des Saxophons, ist in Dinan geboren. Auf der Brücke des Ortes findet man

mehrere Saxophone in leuchtenden Farben, die an den berühmten Sohn der Stadt erinnern.

Da wir noch im Supermarkt einkaufen, fahren wir erst um 11.30 Uhr

weiter. An der 3. Schleuse findet gleichzeitig der Grenzübertritt nach Frankreich statt. Wir erwerben die Monatsvignette für die französischen

Schifffahrtsstraßen und erhalten gleichzeitig eine Fernbedienung für die automatischen Schleusen auf dem folgenden Streckenabschnitt der Meuse.

Hinter der nächsten Schleuse bei Ham wartet der mit 565m längste Tunnel der Reise auf uns. Zunächst sieht alles sehr harmlos aus. Aber im Zentrum

verliert man ohne Licht halbwegs die Orientierung. Ein ungewöhnliches Geräusch am Heck rät uns zu noch mehr Vorsicht. Aber schließlich haben wir den Tunnelausgang ohne große Probleme erreicht.

Als wir nach 8 nm an der Hafenmauer in Givet anlegen wollen, passiert das „Highlight“ des Tages. Beim Anlegemanöver ist der Poller für mich unerreichbar. Durch Strömung driftet dann das Heck zur Seite. Stress pur ist angesagt. Dabei geht der gesamte Bootshaken über Bord. Schließlich ist die „Windsbraut“ aber doch gebändigt, und wir können bei einem Bier in einem Bistro zur Ruhe kommen.

Da die Meuse vom Grenzpunkt an bei 0 km beginnt, geben wir ab so fort die über Grund gefahrene Strecke in Kilometer an.   

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17.Mai 2017

Schon um 9.00 Uhr brechen wir auf. Unser Boot ist bestens gerüstet für den Schleusenbetrieb auf der linken Seite. Da wir zur Zeit ohne Boots-haken agieren müssen, freuen wir uns über unsere Walking-Stöcke. Die Landschaft bietet sehr viel Wald und saftige Wiesen. Am Flussufer entlang begleitet uns ein Radfahrweg, der auch gut genutzt wird. Das Ardennen-gebiet besitzt großen Freizeitwert und spricht Camper, Radfahrer und Bootstouristen ganz besonders an. Der Flusslauf wird immer häufiger durch schmale, auch relativ flache Kanalabschnitte ersetzt. Nach 5 Stun-den Fahrzeit legen wir bei Fluss-Kilometer 27,4 in Fumay an. Wegen des niedrigen Wasserstandes (1,40 m) liegen wir 50 cm vom Steg entfernt und können endlich mal wieder die Gangway einsetzen. Da der Hafenmeister

nicht anwesend ist, marschieren wir mit unseren Rucksäcken und den Ben-

zinkanistern zur nächsten Tankstelle. Anschließend melden wir uns an und bunkern das nach 1 Woche dringend benötigte Trinkwasser. Das Wifi klappt endlich einmal super und versorgt uns und die Daheimgebliebenen mit den wichtigsten Neuigkeiten. Trotz des auf Grund liegenden Kiels verbringen wir eine ruhige Nacht.

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18.Mai 2017

Gegen 10.00 Uhr legen wir trotz aufliegendem Kiel problemlos ab. Wir

haben während der Fahrt immer wieder Regenschauer, Skippers Ölzeug ist angesagt. Auf der ganzen Strecke begegnen uns 2 Boote. Das Wasser ist glatt wie ein Spiegel. Wir passieren 6 Schleusen profihaft und fangen an, den Schleusenvorgang als Abwechslung auf der eintönigen Strecke einzuordnen. Dann erwischt es uns aber doch noch. Ich stoße das Schiff vorn mit dem Walkingstock ab. Als dieser wegrutscht, kann ich mich kaum noch halten. Zum Glück werde ich aber von der Reling aufgefangen.

Nach 7 Stunden Fahrt und 42 km übernachten wir an einem Steg mit Stromanschluss in Joigny. Abends lässt sich sogar die Sonne blicken, so dass wir an Deck unser Abendessen genießen können.

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19.Mai 2017

Bei immer noch leichtem Nieselregen fahren wir um 9.30 Uhr los und machen einfach nur Strecke. Hin und wieder passieren wir eine Schleuse.

Das einzige Boot auf unserer Route überholt uns kurz vor der letzten Schleuse und beschert uns eine längere Wartezeit. Um 12.00 Uhr wollen wir in Charlesville nach 12 km anlegen, müssen aber die für uns zu niedrige Brückendurchfahrt meiden. Beim Anlegen kurz hinter der Schleuse wird der Motor plötzlich abgewürgt, was in dem Moment zum Glück keine Gefahr bedeutet. Wie wir später feststellen war die von uns auf der Steuerbordseite nicht hereingeholte Mittelleine (sauber durch-trennt) wohl die Ursache. Nach einer Erbsensuppe trauen wir den durchbrechenden Sonnenstrahlen und machen uns auf in Richtung Ort. Als wir in einem Bistro bei einer Tasse Cappuccino sitzen, marschieren Unmengen von schwer bewaffneten Soldaten an uns vorbei. Nach dem ersten Schreck bemerken wir, dass es sehr entspannt zugeht. Wir folgen der Truppe zum zentralen Platz des Ortes, wo eine Tribüne aufgestellt ist. Im Touristikbüro erfahren wir, dass die nahegelegene Kaserne 70-jähriges

Bestehen feiert. Da es wieder zu regnen beginnt, wird der Veranstaltung

selbst von den Einheimischen nur wenig Beachtung geschenkt. Auch wir

ziehen uns zurück und besichtigen im Ortsteil Meziere die Basilika

Notre Dame d`Esperance“. Bei weiteren Regenschauern genießen wir danach ein Stück Puddingtarte mit eigenem Kaffee an Bord. 

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20.Mai 2017

Im Laufe der Nacht lässt der Regen nach. Als wir um 9.30 Uhr aufbrechen, ist es trocken, aber immer noch kalt. Die Landschaft wird wieder flacher.

Wir scheinen die Ardennen langsam hinter uns zu lassen. Die Uferregion

erinnert an die der Oste, natürlich ohne Deiche. Um die Mittagszeit erreichen wir nach 27 km und 5 Schleusen unser Tagesziel Sedan. Am Gemeindesteg wollen wir endlich einmal wieder modernen Lebens-standard genießen. Mangels Wassertiefe müssen wir aber mit einem an-deren Platz ohne Komfort vorlieb nehmen. Wir machen uns auf in die Altstadt, um die größte Festung Europas zu besichtigen. Gerade an diesem

Wochenende findet aber ein Burgfest statt, sodass das normale Touristen-programm nicht möglich ist. Wir essen in einem Bistro leckere Pasta und lassen uns danach an Deck von der Sonne verwöhnen.

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21. u. 22. Mai 2017

Es geht schon um 9.15 Uhr los. Heute, am Sonntag, sind sehr viele Angler am Ufer zu sehen. Schleuse Nr. 2 am heutigen Tag ist außer Betrieb. Wir legen deshalb wegen des niedrigen Wasserstandes 50 cm entfernt vom Ufer an. Als wir gerade versuchen, mittels der Gangway an Land zu kommen, eilt Hilfe herbei, und die Schleuse nimmt ihren Betrieb wieder auf. Durch den fehlenden Bootshaken ist die Tampenannahme in der hohen Schleuse problematisch. Als wir nach 41 km in Stenay im Hafen anlegen, drückt uns der Helfer einen Bootshaken inkl. Schraube für unseren Besenstiel in die Hand. Das Schleusenthema sollte eigentlich abgehakt sein. Aber jede Schleuse ist anders... !

Wir haben hier Strom, Frischwasser und Dusche. Beim Rundgang durch den Ort wirkt dieserwie ausgestorben auf uns. Es gibt weder ein Restaurant noch einen Imbiss. Also kreiert Dieter seine Hackfleischpfanne, während ich im Internet einige Kontakte pflege.

Am nächsten Morgen nutzen wir den Waschsalon des Ortes. Trotz Trock-ner ist alles noch klamm und wird während der Fahrt auf dem Tisch im Salon ausgebreitet. Schon in der Mittagszeit legen wir nach 14 km

an einem Wohnmobil-Stellplatz am Bootssteg in Dun sur Meuse an. Dort soll es in 400 m Entfernung eine Tankstelle geben. Frohgemut marschieren wir los, um schließlich vor einer stillgelegten Service-Station zu stehen. Wir verschieben unser Vorhaben auf den nächsten Tag, in Verdun.

Den Tag über faulenzen wir in der Sonne. Gegen Abend kaufen wir in einem kleinen Intermarche ein. Die Preise liegen teilweise unter denen eines deutschen Discounters. 

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23. Mai 2017

Eigentlich wollten wir euch die Eindrücke dieser Woche als Zusammen-fassung vermitteln. Die Landschaft erinnert an eine Tour durchs Bergische

Land. Die Orte sind sehr klein und bieten außer geschichtlichem Hinter-grund, speziell im Bezug auf Schlachten im 1. Weltkrieg, kaum Sehens-wertes. Die Landflucht ist hier extrem fortgeschritten. Die Gegend macht einen relativ ärmlichen Eindruck auf uns. Aber es kam anders. Jeder Tag für sich hielt besondere Ereignisse für uns bereit.

Damit wir zeitig unser heutiges Tagesziel Verdun erreichen, brechen wir

bereits um 9.15 Uhr auf. Vor der nächsten Schleuse, exakt 300 m weiter,

ist dann Schluss. Die Ampel bleibt rot. Nach einer angemessenen Warte-

zeit legen wir - der Kiel steckt bereits im Schlamm- in 50 cm Entfernung

am Ufer an. Mit Hilfe der Gangway gelingt mir Uferkontakt, und ich kann

im Schleusenhaus Hilfe herbeirufen. Dieter fährt dann ohne mich in die

Schleusenkammer und stellt fest, dass das Boot mindestens 2 Leute an Bord braucht. Dann geht es endlich weiter. Vor der nächsten Schleuse dann

der Schock! Kein Blinklicht, keine Ampel, - aber eine offene Schleuse, die auf uns zu erwarten scheint. Kaum sind wir hineingefahren, als ein Mit-arbeiter der vnf (Voies navigables de France) erscheint. Er sagt uns, dass bis zum Beginn der Saison im Juni alle Schleusenvorgänge am Tag zuvor ange-meldet werden müssten. Also haben wir wenig Hoffnung auf Weiterfahrt. Ich sammle meine Französischkenntnisse und meinen Charme zusammen und erkläre dem Mann, dass wir möglichst zügig nach Mar-seille müssten. Wir verlassen daraufhin die Schleuse und legen kurz davor

an einem Ponton an. Am Ufer entdecken wir eine Informationstafel und

speichern die wichtigsten Telefonnummern für den weiteren Strecken- abschnitt im Handy. Kaum sind wir zurück an Bord, als es heißt: „Klar

machen zur Weiterfahrt!“ Die freundlichen Mitarbeiter haben kurzfristig einen Konvoi (2 Boote) zusammengestellt und geleiten uns bis Verdun

von Schleuse zu Schleuse. Wir kommen gut voran und legen um 17.15 Uhr

nach 41 km in Verdun am Hafenkai an. Wir sind ziemlich geschafft. Trotzdem haben Tanken und Einkauf bei Lidl, in etwa 1 km Entfernung,

Vorrang. Erst dann kommen wir zur Ruhe und genießen Pommes und

Rotwein vor ansprechender Hafenkulisse an Bord unserer Windsbraut.  

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24. Mai 2017

Wir brechen schon vor 9.00 Uhr auf, um früh an der Schleuse zu sein.

Diesmal haben wir die Tour am Vortag angemeldet. Zusammen mit einem

holländischen Ehepaar zusammen sollen wir bis nach Saint- Mihiel be-

gleitet werden. Kurz hinter der 2. Schleuse auf freier Strecke gibt der

Motor Alarm. Zum Glück können wir sofort an der Uferböschung fest-machen. Dem Holländer war schon beim Schleusen aufgefallen, dass

unser Motor kein Wasser mehr spuckte. Die Ursache ist also vermutlich ein verstopfter Frischwasserfilter. Also öffnet Dieter die Motorklappe und

macht sich ans Werk. Als Übeltäter entpuppt sich schließlich ein zuge-

setztes Seeventil, das durch kräftiges Durchpusten wieder frei wird.

Es kann weitergehen. Ob wir aber noch unser Tagesziel erreichen ?

Just in diesem Moment kämpft sich ein Auto durch den Trampelpfad am Ufer. Es ist ein Mitarbeiter der vnf, der uns seine Hilfe anbietet. Als er hört, dass unsere Panne behoben ist, sorgt er dafür, dass wir unsere un-

terbrochene Schleusentour fortsetzen können. Wir sind beeindruckt von

dem Service des staatlichen Unternehmens. Denn in jeder weiteren Schleu-se, die in diesem Streckenabschnitt manuell bedient werden muss, werden

wir schon von einem Mitarbeiter erwartet. So kommen wir trotz der un-freiwilligen Pause um 16.30 Uhr in Saint-Mihiel nach 37,5 km mit nur knapp 2 Stunden Verspätung an. Heute ist doch tatsächlich „Liegen im Päckchen“ angesagt. Gern würden wir uns nach dem anstrengendem Tag

in einem Restaurant verwöhnen lassen, können aber nichts Geeignetes finden. Also greifen wir zur Bordverpflegung.  

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25.u.26.Mai 2017

Um 9.20 Uhr beginnen wir unsere Tour, auf der 5 Selbstbedienungs-

schleusen auf uns warten. Nun sind wir ja inzwischen Profis und machen uns keine Sorgen mehr. Routiniert fahren wir in die erste Schleusenkam-

mer hinein. Ich mache an der Backbordseite mit der Mittelleine an der Lei-

ter fest, als wir plötzlich feststellen, dass die Hubstange sich auf der an-

deren Seite befindet. Außerdem sind wir bedenklich weit mit dem Mast am Schleusentor. Nachdem wir das Boot im Griff haben, übernimmt zum Glück eine Mutter, die zusammen mit ihrem Kind das Spektakel beobach-tet hat, den Job an der Stange. Wir müssen also wieder eine neue Strategie entwickeln: Mittel uine an Leiter – Dieter mit Vorder- und Heckleine Leiter rauf – Leinen festmachen – Spaziergang auf die andere Seite -

Stange hoch – Sprint auf die andere Seite – Leiter runter – Heckleine über Winsch, und schon geht`s los!

Nachdem wir auf diese Art und Weise alle Schleusen hinter uns haben, kommen wir um 13.00 Uhr nach 21 km in Commercy an. Der Kai liegt direkt neben einem Aldi-Markt, wo wir uns dankbar für die nächsten Tage

mit Getränken versorgen. Danach verlegen wir unser Boot aber an einen

nahegelegenen Wohnmobilplatz, wo wir uns für 3 € mit Strom versorgen können. Nach einem kleinen Ortsrundgang bei mehr als 30 Grad – auch hier erinnert ein Denkmal an die Helden von 1914/18 - ruhen wir uns an Bord aus.

Nach einem guten Frühstück mit frischem Brot von Aldi liegen heute noch

5 Bergschleusen und der 866 m lange Tunnel Foug vor uns. Wieder verlangen die Schleusen, die nun einmal nicht für Segler gedacht sind, uns einiges ab. Die Fahrt geht bei geringer Wassertiefe mitten durch den Wald.

Dann liegt ein riesiges Kalkwerk vor uns, dessen Staub uns direkt ins Ge-sicht weht. Zusätzlich haben wir viel Wind und starke Verkrautung an der

Motorwelle. So ist das langsame Einfahren in die Schleusenkammer recht

schwierig. Ab jetzt hilft uns aber ein freundlicher Mitarbeiter der vnf bei

den letzten 3 Schleusen auf der Meuse (Maas).

Nun sind wir auf dem Canal de la Marne au Rhin angekommen.

Wir beschließen, nach dem letzten Highlight des Tages, der Tunnel- passage, die Etappe nach 21 km, vor der ersten Talschleuse zu beenden.

Öl, Getriebeöl- und Ölfilterwechsel stehen an.  

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27.Mai 2017

Um 9.00 Uhr sind wir pünktlich an der Schleuse. Zum ersten Mal geht es

abwärts. Da wir die Schleusenkammer am Abend inspiziert haben, wissen wir genau, wo wir anlegen können. Beim Abwärtsschleusen ist alles viel

einfacher. Es ist so, als ob wir erst Abitur und jetzt Grundschule absol-vieren. Um 12.00 Uhr kommen wir nach 10 km im Port de France in Toul

an. Es ist sehr heiß, und wir sind froh, dass wir endlich einmal wieder du-

schen können. Danach gehen wir zur diesmal nur 500 m entfernten Tank-

stelle. Leider ist am Samstag das Hafenamt erst ab 17.00 Uhr besetzt. Deshalb müssen wir unseren Stadtrundgang auf den frühen Abend ver-legen. Das Touristikbureau ist leider schon geschlossen. Kurz vor Schlie-ßung besichtigen wir die Kathedrale St. Etienne, die ein 100 m langes Mittelschiff und sehr hohe Fenster besitzt. Eine professionelle Stadt-führerin erklärt uns in englischer Sprache einige Besonderheiten. In den letzten Jahren wurden fast 2 Millionen Euro für die Restaurierung auf- gewendet. Wir können noch kurz den Klostergang besichtigen, bevor die

Türen geschlossen werden. Auf dem Rückweg treffen wir in einem

Bistro das holländische Ehepaar, das schon eine Weile unsere Route fährt.

Leider fängt es kurz darauf an zu regnen und vor einem drohenden Gewitter flüchten wir auf unsere Boote.

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28.Mai 2017

Um 9.00 Uhr brechen wir auf, damit wir möglichst früh unser nächstes Etappenziel erreichen. Die 6m talwärts machen wir mit links. Die nächste

Schleuse ist eine Berufsschifffahrtsschleuse auf der Mosel. Zunächst läuft alles prima. Dann verheddert sich eine Leine in der Winsch. Dieter muss sie mit einem Messer kappen. Mit sehr viel Anstrengung bringen wir den

Schleusenvorgang zu einem guten Ende. Beim Verlassen der Schleuse gibt

es einen kräftigen Schlag unter dem Boot. Dieter stoppt sofort den Motor.

Er hört auch beim erneuten Gangeinlegen ein beunruhigendes Geräusch.

Also legen wir erst mal am Ufer an. Es sieht schon fast nach einem Werk-

stattbesuch aus. Nach einiger Zeit versuchen wir erneut, durch langsames Vor- und Rückwärtsfahren die Blockierung aufzuheben. Tatsächlich gelingt es uns, die Fahrt ohne Beeinträchtigung fortzusetzen. Glück im Unglück!... Die beiden 7m-Bergschleusen, die wir heute noch bewältigen müssen, klappen perfekt. Die sehr breite kanalisierte Mosel bietet eine ansprechende Flusslandschaft mit zahlreichen Campingplätzen und Was-

sersportmöglichkeiten. Wir verlassen die Mosel nach kurzer Zeit und be- finden uns von da an auf dem Canal de Vosges (Vogesenkanal). Mit ei-

niger Verspätung erreichen wir nach 28 km doch noch Richardmenil, wo wir an einem Ponton mit Strom festmachen. 

 

29. und 30.Mai 2017

Heute liegen 16 Bergschleusen vor uns – ein Marathon! Wir fahren durch

eine sehr waldreiche Gegend. Tiefhängende Äste und geringe Wassertiefe verlangen dem Steuermann/der Steuerfrau einiges ab. Alles geht glatt, denn wir sind inzwischen ein eingespieltes Team. Die Vielfalt der Wasservögel ist einer zunehmenden Vogelpopulation gewichen. Außerdem sehen wir immer wieder Libellen und Schmetterlinge. Der Gesang der Vögel begleitet uns ständig, selbst bis in den späten Abend hinein. Hinter einer der Schleusen überqueren wir auf einem Aquädukt die Mosel. Eine Stunde vor dem Erreichen unseres Tagesziels hat sich erneut das Seeventil des Motors zugesetzt. Also ist die bekannte Prozedur fällig, und kurz darauf geht es weiter. Der Feierabend ist zum Greifen nah. Um 17.00 Uhr nach 30,4 km parken wir unser Boot 50 cm vom Ufer entfernt - Kiel im Schlick- am Ufer eines Campingplatzes in Charmes. Dort erwarten uns Duschen, Strom und Wasser. Nach einem derart anstrengenden Tag freuen wir uns über die „Pizza emporter“ aus der nahegelegenen Pizzeria. Wir liegen direkt vor dem Platz eines SiegburgerEhepaares und können mal wieder richtig quatschen.

Die Strapazen am Vortag waren wohl doch etwas zu viel. Dieter hat starke

Rückenschmerzen. Wir brauchen dringend Diesel und Getränkenachschub

bei dem tropischen Wetter. Deshalb legen wir am 30. Mai einen Hafentag ein. 

 

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4.Juni 2017

Heute wollen wir unbedingt Corre erreichen. Die letzten 20 km des Ka-

nals liegen vor uns. Am Wochenende schauen viele Ausflügler interessiert

beim Schleusen zu. Vor allem ein 11-jähriger Junge fällt uns dabei auf.

Wir nehmen ihn auf dem Rest der Strecke mit. Die Eltern radeln am Ufer entlang und nehmen ihren Sohn beim Anlegen in Corre wieder in Emp-fang. Mit meinen Französisch- und des Vaters Deutschkenntnissen kom-

men wir ins Gespräch. Wir besuchen die Franzosen zu Hause. Dabei ergibt es sich, dass sie uns am Pfingstmontag zu unserem nächsten Ziel begleiten

werden.

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang zum Hafenrestaurant, wo wir das holländische Ehepaar wiedertreffen. Wir müssen leider sehr lange auf das Essen warten, verbringen aber einen gemütlichen Abend zusammen.

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5. bis 7.Juni 2017

Am Pfingstmontag um 9.00 Uhr fahren wir zusammen mit den Franzosen zum Supermarkt. Wir brauchen unbedingt Getränke und Diesel. Erst um 10.30 Uhr sind wir dann startklar. Die Franzosen haben am Vorabend ihr Auto in Port-sur- Saone abgestellt und so liegen heute etwa 40 km vor uns, allerdings nur noch 5 Schleusen. Dafür haben wir jetzt willige Helfer. Die Saone ist zwischendurch recht breit, wird aber immer wieder durch Kanalabschnitte ersetzt. Wir fahren durch eine urwüchsige Landschaft, die zunehmend flacher wird. Oft sehen wir große Kraniche, die leider abhe-ben, sobald sie uns bemerken. Um die Mittagszeit suchen wir einen Platz für ein Picknick im Wald. Das ist nicht ganz einfach. Schließlich finden wir aber eine Anlegemöglichkeit. Nachdem wir uns gestärkt haben, fahren wir weiter. Um 16.45 Uhr erreichen wir unser Ziel, können aber leider nicht im Hafen anlegen und müssen am Ortskai auf Stromversorgung verzichten. Ein sehr schöner Sonnenuntergang verheißt meist nichts Gutes für den nächsten Tag.

Und tatsächlich, am Dienstag regnet es. Da wir unbedingt Strom brauchen, brechen wir trotzdem auf, um die 10 km entfernte Charterbasis in Scey-sur-Saone anzusteuern. Zwischendurch regnet es immer wieder. Da müssen wir eben durch. Aber als wir gerade am Steg anlegen, schüttet es wie aus Kübeln. Das muss doch wirklich nicht sein! Wir sind aber schnell wieder trocken und freuen uns auf die Annehmlichkeiten des Hafens, die wir leider wegen mangelnder Organi-

sation nicht nutzen können. Immerhin haben wir aber Strom. Da es immer wieder regnet und teilweise auch heftige Windböen unterwegs sind, verbringen wir den Tag an Bord.

Am Mittwoch ist es immer noch stark bewölkt, aber weitgehend trocken.

Wir fahren etwa 30 km weiter und haben erstmals auch öfter Gegenver-kehr in den Schleusen. Der 680 m lange Tunnel Saint Albin ist gut be-leuchtet und lässt sich gut durchfahren. Auf die Kanalabschnitte gelangt man oft nur durch sehr enge Durchfahrten. Um die Mittagszeit legen wir in Port-de-Savoyeux an. Es gibt Duschen und sogar Internet für 12 Stunden. Allerdings ist es nicht mehr in Reichweite unseres Bootes, und wir müssen dazu ein Plätzchen an Land aufsuchen. Am Abend machen wir einen Spaziergang zum Ort.

 

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9.Juni 2017

Nach leichtem Regen am Morgen warten wir auf besseres Wetter und

brechen erst um 11.00 Uhr auf. Es bleibt trocken und bei viel Wind

lockert die Bewölkung zusehends auf. Die Landschaft wird vielseitiger.

Der Wald weicht Wiesen und hübschen Ansiedlungen. Die Saone wird

immer breiter und der bange Blick auf den Tiefenmesser erübrigt sich.

Nur einmal müssen wir durch einen vollkommen von Algen überwu-cherten Kanal in Richtung Schleuse fahren, was der Motor aber zum Glück gut übersteht. Nach 30,5 km machen wir am Ortskai in Pontailler fest. Beim Ortsbummel kommen wir am leider schon geschlossenen Touristik-büro vorbei, wo in den Infos freies Wifi angeboten wird. Es funktioniert

allerdings nur im Nahbereich. Immerhin können wir heute unverhofft

einige Mails verschicken und Neuigkeiten von zu Hause empfangen.

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10. u. 11. Juni 2017

Bei Saint- Jean-de-Losne beginnt die Großschifffahrt auf der Saone. Wir sind schon um 12.00 Uhr da und wollen uns in aller Ruhe den Ort und den

Hafen ansehen. Aber leider finden wir keine Anlegemöglichkeit am allzu

flachen Ufer. Auch das Hafenbecken der Chartergesellschaft sieht wenig

vertrauenerweckend aus. Also fahren wir weiter, bis wir in Seurre nach insgesamt 52 km ein schönes Plätzchen finden. Direkt neben unserem Boot befindet sich ein Seerosenteppich. Auch hier liegen wir mit unserem Kiel im Schlick. In der Abenddämmerung begleiten uns Froschgesang und Krähengeschrei. Wir verbringen hier 2 Nächte. Denn wir können erst am Montag die neue Fluss-Vignette bekommen. 

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14.Juni 2017

Wir sammeln gerade die Leinen ein, als der Motor wieder pfeift. Also, alles auf Anfang! Wir vermuten, dass die Aktion vom Vortag Schuld ist. Dieter kramt seine Werkzeugkiste heraus und baut die komplette Wasser-pumpe aus, um festzustellen, dass damit alles o.k. ist. Also war wohl schon wieder die Verkrautung des Flusses die Ursache. Nach der bekannten Pro-zedur können wir dann 45 Minuten später ablegen. Unterwegs überholen wir einen Frachter. Danach gehört uns die Saone für die nächsten 20 km

fast allein. Die ersten Palmen tauchen in den Gärten der Villen am Ufer auf. Wir nähern uns unverkennbar dem Süden. Wir wollen uns heute ein wenig Ruhe gönnen und legen nach 38,2 km in Creches an einem Cam-pingplatz hinter Macon an. Am Nachmittag beginnt es zu regnen. 

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15.Juni 2017

Am Morgen ist es noch frisch. Aber als wir um 9.40 Uhr losfahren, wärmt

uns die Sonne schnell auf. Kurz vor der Schleuse überholt uns ein Hotel-schiff. Wir machen uns schon Gedanken zum gemeinsamen Schleusen, als

Dieter eine merklich nachlassende Schubwirkung des Antriebs feststellt.

Aha, die Welle hat wohl etwas zu viel Gestrüpp eingefangen. Nach ein paar Manövern auf dem Fluss ist alles wieder o.k. Die „Van Gogh“ ist nun

natürlich schon in der Schleuse, als wir dort ankommen. Wir müssen eine

Weile warten und sind dann ganz allein in der 180 m langen Schleusen-kammer. Nach insgesamt 4 Stunden Fahrt legen wir nach 32 km in Ville-

franche am Ponton an. Bei einem kleinen Supermarkt kann ich immerhin unseren Biervorrat ergänzen. Der Ort ist von unserem Liegeplatz ziemlich

weit entfernt. So ruhen wir uns einfach nur aus. Von einem deutschen Ehe-paar, das sich auf dem Rückweg befindet, bekommen wir wertvolle Infos über die Servicemöglichkeiten am Mittelmeer.  

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16.u.17.Juni 2017

Die letzten 40 km Saone liegen vor uns. Bei kräftigem Nordwind legen

wir schon um die Mittagszeit an einer Mauer nahe der Altstadt von Lyon an. Beim Passieren anderer Boote werden wir ganz schön durchge-

schüttelt. Am späten Nachmittag machen wir einen Bummel durch die Altstadt und statten der Rhone zu Fuß einen ersten Besuch ab. Am Abend beobachten wir von unserem Logenplatz aus, wie die großen Hotelschiffe mit Millimeterarbeit 3 Brücken hintereinander bewältigen. Die Nacht gestaltet sich etwas unruhig. Speziell das „Confluence-Taxi-Boot“ bringt unser Boot gewaltig zum Schaukeln. Außerdem verbringt die Jugend von Lyon die Nacht mit Vorliebe am Saone-Ufer.

Am nächsten Morgen klettern wir die 400 Stufen zu Notre Dame de Fourviere hinauf. Der Prunk im Innern der Basilika ist überwältigend. Durch Reproduktionen von Gemälden und Statuen sind verschiedene Marienerscheinungen (u.a. in Fatima) präsent. Vom Aussichtspunkt

oben hat man einen weiten Blick über die Stadt. Wer Lyon mit seinen Un-

mengen von Museen wirklich entdecken will, sollte einen mehrtägigen

Citypass erwerben. Bei den augenblicklichen Temperaturen ist uns das aber zu anstrengend. 

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18.Juni 2017

Heute verlassen wir endgültig die Saone. Wir fahren an den futuristisch anmutenden Gebäuden des Museums „Confluence „vorbei und sind kurz darauf auf der Rhone. Vor der Schleuse Nr.1 müssen wir fast 1 Stunde warten und werden dann zusammen mit der „Lord Byron“, die wir schon mehrfach auf der Saone gesehen haben, 9m abwärts geschleust. Die Rhone-Schleusen haben haben einen Hub von 9 bis max. 23m. Denn die Wehre der Kanäle werden zur Stromgewinnung genutzt. Schon früh kom-men wir nach 43 km im Hafen von Condrieu an, wo mehrere Segler mit Masttransport liegen. Wir nutzen zunächst die Duschen und die Wasch-maschine. Später machen wir einen Spaziergang zum Ort, wo am Ufer entlang ein Mittelalterfest und im Bootsclub „Fischerstechen“ stattfinden. Im Club wird leckerer Wein aus der Gegend ausgeschenkt.

 

 

19.Juni 2017

Nach dem Frühstück unterhalten wir uns noch eine Weile mit unseren

deutschen Stegnachbarn, die auf dem Rückweg in die Heimat sind. Des-

halb legen wir erst um 10.20 Uhr ab.Wir haben gerade den geschützten

Hafenbereich verlassen, als auch schon erste Schaumkronen auf dem

Fluss zu sehen sind. Der Wind weht von Süd und wird zunehmend hef-

tiger, auf langen geraden Abschnitten wohl bis zu 6 Beaufort. Das Boot hat damit kein Problem, für uns ist es auf die Dauer etwas anstrengend. Die

Schleuse Nr.2 ist daher eine willkommene Abwechslung. Wir legen

am Schwimmsteg an und warten kurze Zeit auf einen Frachter, dem wir natürlich Vorrang geben. Als wir dann ablegen wollen, ertönt – ein hoher

Piepston. ...der Motor!? Wir geben dem Schleusenpersonal ein Zeichen, dass wir ein Problem haben. Sofort geht Dieter der Sache auf den Grund.

Motor o.k., aha, die Selbststeueranlage hat sich bemerkbar gemacht, alles

im „grünen Bereich“, aber Schleuse inzwischen zu. Wir sind froh, dass der

Motor in Ordnung ist und nehmen dafür gern eine Wartezeit in Kauf.

Auch hinter der Schleuse ändern sich die Windverhältnisse nicht, und wir sind erleichtert, dass wir nach 33 km aufreibendem Wellenritt in Saint-Vallier einen Schwimmponton zum gefahrlosen Anlegen entdecken.

Nach einer ausgedehnten Ruhepause brechen wir auf, um den Ort zu er-

kunden. Erst auf dem Rückweg kommen wir an einem Weinvertrieb vor-bei. Ein Besuch ist für den nächsten Tag geplant. Am Abend vernichten

wir unsere letzten 3 Dosen Bier.

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20.Juni 2017

Der Wind hat über Nacht nachgelassen. Nach dem Frühstück holen wir bei

dem Weinhändler eine 5-l-Box Chardonnay, den hiesigen Weißwein. Nachdem wir den Kühlschrank umgeräumt haben, können wir ihn sogar demnächst kalt genießen. Eine wertvolle Hilfe sind uns dabei die inzwi-schen funktionsbereiten Sonnenkollektoren. Der Südwind frischt im Laufe

des Vormittags wieder auf, erreicht aber maximal 30 km. Schleuse Nr. 4

passieren wir mit 2 kleinen Motorbooten und einem Frachter zusammen.

Nach 26 km machen wir in Glun am Gemeindesteg direkt neben einem kleinen Segelclub fest. Das Wasser scheint hier sauber zu sein und wir freuen uns über die Abkühlung. Der Abendspaziergang führt uns an einem

Nebenarm der Rhone entlang, wo wir in einer Auberge zu Abend essen.

Danach bekommen wir an Bord wie bald jeden Abend ein kostenloses Froschkonzert geboten.

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21.Juni 2017

Heute liegt nur ein kurzer Trip von 13,5 km bis Valence vor uns. Dazu

müssen wir eine Schleuse passieren. Wir fahren in die geöffnete Schleu-

senkammer hinein und wundern uns, warum sich das Tor hinter uns nicht schließt. Dann tuckern nach und nach 30 Schlauchboote, teilweise mit

Fahnen geschmückt, hinein und suchen geeignete Befestigungspunkte.

Von einem der Gruppenleader erfahren wir, dass die Boote aus Chalon-sur-

Saone zu einer Wallfahrt nach Avignon unterwegs ist. Sie haben viele Be-

hinderte dabei, um die sie sich liebevoll kümmern. Das nächste Ziel ist Viviere, wo schon über Landtransport organisierte Zelte und Verpflegung

auf die Gruppe warten. Trotz der kleinen Verzögerung kommen wir schon um 11.30 Uhr im Hafen von Valence an. Nach einer kurzen Ruhepause

machen wir uns bei 36 Grad auf den Weg zum Supermarkt, um uns vor allem mit neuen Getränken zu versorgen. Diesel gibt es ja zum Glück im Hafen! … Leider stellt sich heraus, dass die EDV des Hafens schwer geschädigt wurde. Also: keine Kartenzahlung an der Tankstelle ( einzige Möglichkeit in Frankreich), kein Diesel, kein Internet ! Eine Reparatur ist bis morgen kaum zu erwarten. 

 

23.Juni 2017

Bei sehr diesigem Wetter fahren wir um 10.00 Uhr los. Heute haben wir als Highlight die 22m-Schleuse von Bollene vor uns. Sie macht uns keine Probleme, beschert uns aber in der Mittagshitze mit mehr als 1 Stunde die längste Wartezeit, die wir bisher hatten. Vom Ufer begleitet uns inzwischen

der Gesang der Zikaden und verrät uns die Nähe zum Mittelmeer. Nach

38 km legen wir gegenüber der TGV-Strecke an einem Ponton der Ge-

meinde Saint-Etienne-des-Sorts an. Es ist so schwül, dass Dieter die

Badeplattform freilegt und wir ein kurzes Bad in der Rhone nehmen.

Beim Ortsspaziergang entdecken wir ein kleines Bistro, wo wir zu einer Pizza hervorragenden Rotwein genießen. Der Tag war so anstrengend, dass

uns der rege Zugverkehr auf der anderen Seite in der Nacht nicht stört.

 

24.Juni 2017

Der angekündigte Bäckerwagen kommt samstags leider nicht, es gibt

Knäckebrot. Schon um 10.00 Uhr haben wir die Schleuse Nr.10 hinter

uns. Um die Mittagszeit machen wir nach 35 km in Avignon an der Kaimauer fest. Leider reichen selbst 50 m Stromkabel nicht aus, um den

Stromkasten zu erreichen. Also freuen wir uns über die Sonne und nutzen

unsere Solarpaneele. Sowohl drinnen als auch draußen kann man es kaum aushalten. Deswegen machen wir uns auf den Weg zum Papstpalast und zur berühmten Saint-Benezet-Brücke. Als wir unseren Rundgang beendet

haben, versucht ein anderes Segelboot neben uns anzulegen. Wegen der

enormen Strömung ist dazu viel Muskelkraft von allen Seiten nötig. Jetzt

bekommen wir Strom vom Nachbarn.

 

25.Juni 2017

Wir fahren schon um 7.15 Uhr los, damit wir möglichst früh in Arles an-

kommen. Die letzte Rhoneschleuse lassen wir schon vor 10.00 Uhr hinter uns und freuen uns auf einen interessanten Tag in Arles. Wie wir aus un-seren Unterlagen wissen, wurde die Kaimauer dort erst vor einigen Jahren erneuert. Entsetzt stellen wir aber fest, dass die Spundwände kaum über die Wasseroberfläche hinausragen - für uns unmöglich, anzulegen! Also müssen wir weiterfahren. Bei der zunehmenden Schwüle ist das auch ganz sinnvoll. Wir haben allerdings nicht damit gerechnet, dass wir bis zum Ziel fahren müssen. Den auf dem gesamten Rhoneabschnitt hinter Arles gibt es nicht einen einzigen, auch nur halbwegs geeigneten Steg für uns. Wir fahren an endlos erscheinenden, nur von Büschen umsäumten Ufern ent-lang. Dank unseres Autopiloten können wir zwischendurch auch mal ent-spannen. Um 15.00 Uhr erreichen wir nach 82 km endlich die Seeschleuse (20cm) von Port-Saint-Louis, die wir 1 Stunde später passieren können.

Ziel erreicht! 

 

 

 

 

 

 

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