SVWu schlägt sich achtbar – Platz 1 und 2 in den letzten beiden Läufen

Mit einem 2. und 1. Platz hat sich der SVWu aus der Qualifikation zur 2. Segelbundesliga verabschiedet und den 32. Platz belegt. Die Leistungssteigerung zum Ende hin zeigt, daß wir in der Lage sind, mit den siegreichen Teams mitzuhalten. Wir brauchten aber leider etwas zu lange, um uns als Team mit dem „Racemodus“ in den extrem kurzen Rennen zu Recht zu finden.

Aber der Reihe nach: Am ersten Oktoberwochenende stand das letzte Training vor der Relegation an. Wir hatten uns dafür vom FSC eine J 70 für das gesamte Wochenende gemietet.

Gemeinsam mit unserem Trainer wurde am Samstag ab 9:30 Uhr der Trainingsplan durchgesprochen. Gegen 11 Uhr ging es auf das Wasser. Die Segelbedingungen waren perfekt. Wir hatten konstanten mittleren Wind bei strahlend blauem Himmel. Die Temperaturen waren auch sehr angenehm. In der ersten Einheit lag der Fokus auf den Manövern, auch weil Holger zum ersten Mal mit an Bord war. Zur Mittagspause hatte sich unser Trainer etwas Schönes ausgedacht. Da die Flensburger Förde die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark bildet, sind wir mit dem Motorboot in der Pause nach Dänemark zum Hot Dog - Essen gefahren. Natürlich wurde die Pause auch für eine kleine Nachbesprechung zur ersten Einheit genutzt. Dann ging es wieder auf das Wasser. Der Wind hatte leicht zugenommen, was uns zusätzlich motivierte bei dem perfekten Wetter auf der Förde unseren Trainingsplan durchzuziehen. In der zweiten Einheit standen Starts auf dem Programm. Wir trainierten die Starts bis es uns einigermaßen gelang, mit Fahrt beim Startschuß die Linie zu queren. Da die Crew vom DHH auch vor Ort für die Qualifikation zur 2. Segelbundesliga trainierte, wurden anschließend die Starts gemeinsam geübt und auch vier kleine Rennen gefahren, die wir alle für uns entscheiden konnten.

Am Abend haben wir, beim Essen im Flensburger Clubhaus, die Trainingseinheiten ausgiebig besprochen und die Manöver analysiert. Leider waren am Sonntag die Wetterbedingungen zunächst nicht so gut. Es war absolute Flaute und die Förde, bis der Nebel einsetzte, spiegelblank. Dies hielt unseren Trainer aber nicht davon ab, uns um 9:30 Uhr auf das Wasser zu scheuchen. Es wurden Wenden, 360°-Drehungen und Setz- und Bergemanöver geübt. Auch wurden bei ganz leichten Winden Starts trainiert. Am Ende der Trainingseinheit war der aufziehende Nebel so dicht, daß die Hafenmole nicht mehr zu erkennen war. Trotz des wenigen Windes und des zunehmenden Nebels hatten wir aber alles aus der ersten Einheit rausgeholt.

Nach einer einstündigen Pause ging es wieder aufs Wasser. Der Nebel hatte sich verzogen und es baute sich langsam Wind auf. Wir trainierten dann bei zunehmendem Wind weiter Starts und Manöver. Am Ende der zweistündigen Trainingseinheit hatten wir ein gutes Gefühl für die anstehende Qualifikation. Die Manöver klappten.

Am Donnerstagmorgen ging es dann wieder nach Glücksburg. Da uns der SCV, der uns zweimal ermöglicht hatte, auf einer B/one zu trainieren, gebeten hatte, die Trainingstermin zu tauschen, reisten Hermann, Ronald, Kirsten, Morten und Maren bereits mittags an, um den Trainingstermin am Donnerstagnachmittag wahrzunehmen. Leider schafften es Holger und Sabine nicht rechtzeitig nach Glücksburg. Deshalb trainierten Ronald, Maren, Morten und Hermann in dem vorgegebenen Trainingsfenster auf der J 70. Wir konnten dabei erstmals auf einem der Regattaschiffe segeln, die auch in der 1. Segelbundesliga zum Einsatz kommen. Wir hatten dabei zunächst mittleren Wind, der aber zum Abend hin immer schwacher wurde. Die Manöver klappten aber alle gut.

Da wir den letzten Trainingstermin des Tages auf der J 70 hatten, mußten wir nachher das Boot auch in den Hafen segeln. Dies verschaffte uns etwas mehr Zeit zum Trainieren. Abends um 22:00 Uhr wurde schließlich die Pairingliste veröffentlicht. In den beiden ersten Flight´s waren wir jeweils einem Rennen auf den B/one´s zugelost, anschließend sollten vier Läufe auf J 70 folgen und zum Abschluß nochmals im letzten Flight einen Lauf auf einer B/one.

Nach der Steuermannsbesprechung um 13:00 Uhr starteten die ersten Rennen. Wir starteten im 1. Flight erst im 8. Lauf, so daß wir uns die ersten Rennen von Land aus ansehen konnten. Die Anspannung stieg, als wir aufgerufen wurden und zum Transfersteg mußten.

Auf dem Wasser ging dann alles sehr schnell. Kaum hatten wir unser Boot übernommen, kam auch schon das Ankündigungssignal. Wir erwischten einen optimalen Start und waren drauf und dran, den ersten Lauf zu gewinnen. Leider war aber die Anspannung an Bord zu groß und wir machten einige unnötige Fehler mit der Folge, daß wir wegen der geringen Abstände im Feld nur vierter wurden. Der Frust war groß. An Land zurück mußten wir uns daher erst einmal zusammenraufen; das Team mußte sich neu finden. Beim zweiten Rennen am Freitag funktionierte das Team dann wieder bestens. Da wir aber den Start in den Sand setzten, kamen wir zwar mit unmittelbarem Anschluß an die anderen Boote, aber als Letzter ins Ziel. Klar war aber bereits zu diesem Zeitpunkt, daß es sehr schwer werden würde, überhaupt noch ins Finale zu kommen, zumal die ersten Teams konstant segelten und nur erste und zweite Plätze vorzuweisen hatten.

Am Samstag lief es dann besser und wir konnten uns steigern. In unserem letzten Rennen des Tages gelang uns trotz starker Konkurrenz im Feld (DuYC und DSC) ein hervorragender zweiter Platz. Am Leegate hätten wir sogar in Führung gelegen, mußten aber die ungünstigere Gatetonne runden.

Am Sonntag stand unser letzter Lauf an. Da wir das erste Rennen auf den B/one´s bestreiten mußten, durften wir unser Boot aus dem Hafen segeln. Wir nutzen die etwas längere Vorbereitung, um uns für das letzte Rennen warm zu machen. Nach einem sehr guten Start setzen wir uns an die Spitze des Feldes. Trotz der teilweise starken Dreher gelang es uns, die Führung bis ins Ziel zu behaupten. So konnten wir uns mit einem versöhnlichen Tagessieg verabschieden.

Fazit: Es hat uns allen im Team sehr viel Spaß gemacht. Wir wollen nächstes Jahr wieder dabei sein und noch einmal versuchen, uns zu qualifizieren. Unser Defizit war, daß wir zu lange gebraucht haben, uns als Team auf die sehr kurzen Wettfahrten einzustellen. Dies gelang von Rennen zu Rennen deutlich besser, was man auch an den Ergebnissen ablesen kann. Klar ist aber auch, daß die Qualifikation zur 2. Segelbundesliga ein sehr anspruchsvolles Segelevent ist, bei dem man sich mangels Streicher keinen Fehler erlauben kann. Die meisten Teams hatten sich mehr oder weniger intensiv vorbereitet, so daß jeder kleine taktische Fehler beim Start oder im Rennen sofort bestraft wurde.

18.10.2015 Euer Segelbundesliga-Team

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